FAQ

Regelleistung

Es ist die Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber (z.B. SwissGrid in der Schweiz, 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW in Deutschland) dafür Sorge zu tragen, dass die Stromentnahme aus dem jeweiligen Netz und die entsprechende Netzeinspeisung sich exakt die Waage halten. Nur so ist die Netzfrequenz (im Mitteleuropäischen ÜNB-Verbund ENTSO-E bei 50 Hz) und damit das Stromnetz insgesamt stabil. Dies ist keine leichte Aufgabe: Die Nachfrage verändert sich mit jeder Betätigung eines Lichtschalters, die Stromproduktion von Photovoltaik- und Windenergieanlagen mit jeder Wolke oder Windböe. Auf Basis von Wettervorhersagen und Erfahrungswerten sind jedoch präzise Prognosen möglich, wie viel Strom ein Netzgebiet, zum Beispiel eine Stadt, zu jeder Zeit benötigt. Diese Prognosen werden zwar immer besser, jedoch ist per se keine Prognose perfekt.

Deshalb sind die Netzbetreiber verpflichtet, jederzeit Erzeugungsleistung vorzuhalten, um kurzfristig Strom bereitzustellen. Auch ein Überschuss an Strom destabilisiert das Netz. In diesem Fall muss es dem Netzbetreiber möglich sein die Leistungseinspeisung in seinem Netzgebiet zu drosseln, also Kraftwerksleistung zu beeinflussen. Der Einsatz von Batteriespeichern ist eine weitere, neue Möglichkeit zu diesem Zweck. Je kürzer dabei die Reaktionszeiten sind, umso hochwertiger ist diese Art der Netzstabilisierung.

Das Anbieten und Erbringen dieser Flexibilität gegenüber dem Netzbetreiber, ist die sogennante Regelleistung. Die Vermarktung der Regelleistung hat einen eigenen Markt, den Regelleistungsmarkt. Wöchentlich werden hier die Preise für die Vorhalteleistungen durch den Markt festgelegt. Regelleistung ist vor allem Absicherung: Der Übertragungsnetzbetreiber vergütet dem Anbieter allein schon die Fähigkeit bei akutem Stabilisierungsbedarf Regelleistung erbringen zu können. Wie viel schlussendlich in der Woche benötigt wurde um das Netz zu stabilisieren, ist bei der Vergütung von Primärregelleistung irrelevant.

Eine grössere Anzahl dezentraler Batteriespeicher werden zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt. Das ermöglicht die Vermarktung von Regelleistung. Allein schon die Fähigkeit, bei Bedarf Stabilisierungshilfe zu leisten, vergütet der Übertragungsnetzbetreiber.

Je schneller Regelleistung erbracht werden kann, desto werthaltiger ist sie. Entsprechend unterscheidet man im mitteleuropäischen Stromnetzverbund ENTSO-E drei Regelleistungsprodukte nach den zeitlichen Anforderungen. Zum ersten Sekundärregelleistung, welche nach 5 Minuten bereit stehen muss. Zweitens, Minutenreserve, die diese nach 15 min ablöst. Aufgrund des zeitlichen Vorlaufs und der grossen benötigten Energiemengen eigenen sich dafür auch grosse und eher träge Kraftwerke. Reaktionsschnelle und leistungsstarke Batteriespeicher eignen sich dagegen bestens für die anspruchsvolle Primärregelleistung, die nach spätestens 30 Sekunden geliefert werden muss. AMPARD konzentriert sich daher aktuell auf die ertragsreichere Primärregelleistung.

Regelung_sw

Wichtig für die Erbringung von Primärregelleistung sind weniger die Kilowattstunden – also die Kapazität eines Batteriespeichers – als vielmehr die Kilowatt der jederzeit verfügbaren Batteriespeicher-Wechselrichterleistung. Denn die Batteriespeicher werden in erster Linie für kurzzeitige elektrische Leistung genutzt. Der Batterieladezustand eines Kleinspeichers variiert dabei selten um mehr als 1-2%.

Bei einem Stromüberschuss im europäischen Netzverbund ENTSO-E steigt die Netzfrequenz über 50 Hertz. Um die Frequenz wieder zu stabilisieren wird Energie aus dem Netz in die Batteriespeicher geladen. Bei einer Frequenz unter 50 Hertz wird Leistung ins Netz eingespeist. Grundsätzlich gilt bei Primärregelleistung, dass bei jedem Speicher genauso viel Strom entnommen wie eingespeist wird. Die Dauer eines solchen Vorgangs insgesamt beträgt wenige Minuten.

Dies geschieht beispielsweise wie folgt: Der Batteriespeicher wird für eine Minute mit etwa 0,6 Kilowatt elektrischer Leistung beladen. Nach ein paar Minuten Pause (d.h. die Frequenz liegt genau bei 50 Hertz) wird der Speicher anschliessend wieder entladen. Diese unerhebliche Energiemenge (0,6 Kilowatt / 60 h = 0,01kWh) beeinflusst den Ladezustand des Batteriespeichers in der Regel um weniger als 1%.

Die Teilnahme am Regelleistungsmarkt erfordert eine kritische Mindestgröße. Daher vernetzt AMPARD dezentrale Batteriespeicher zu einem virtuellen Kraftwerk. In Kooperation mit auf Energievermarktung spezialisierte Partner bietet die Ampard AG diese akkumulierte Regelleistung auf dem Regelleistungsmarkt an. Die Teilnahme am Markt ist strikt reguliert und erfordert eine sogenannte Präqualifikation. Mehr Informationen dazu finden sich auch auf dem Ausschreibungsportal  www.regelleistung.net.

Speicherbesitzer werden je nach Land und Vertriebspartner unterschiedlich am Erlös beteiligt. Nehmen Sie mit dem AMPARD-Vertriebspartner in Ihrer Nähe Kontakt auf, um Genaueres zu erfahren.

Die Stromproduktion aus PV- und Windenergieanlagen ist volatil und damit schwer prognostizierbar, denn Windgeschwindigkeit und Wolkendecke sind kaum auf den Zentimeter und die Minute genau vorhersagbar. Ohnehin scheint die Sonne nicht dann, wenn täglich am meisten Strom benötigt wird, nämlich typischerweise in den Abendstunden. Ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung verschärfen grundsätzlich diese Herausforderung. Dies ist einer der Gründe, weshalb Millionen von dezentralen PV-Anlagen für die Netzbetreiber auf den ersten Blick mehr Mühe als Ertrag bedeuten. Dieser eher negative Touch von kleinen PV-Anlagen ändert sich aber von nun an!

Mit AMPARD zu einem Schwarm vernetzte, dezentrale Batteriespeicher sind besonders gut geeignet, um Primärregelleistung bereitzustellen. Bei Überschuss im Stromnetz, reagiert der Batteriespeicherschwarm innerhalb weniger Sekunden und bezieht eine geringe Strommenge aus dem Netz. Kurze Zeit später wird die gleiche Strommenge wieder ins Netz entladen.

Mit der Energiewende werden die Regeln am Strommarkt neu gemischt. In der alten Welt der Stromversorgung lieferte eine überschaubare Zahl grosser Kraftwerke den Strom. Nur hin und wieder musste ein Netzbetreiber beim Betriebsmeister im Kraftwerk anrufen und darum bitten, etwas mehr oder weniger Strom zu produzieren. Grosskraftwerke waren in der Vergangenheit die klassischen Lieferanten von Regelleistung und sind dies im Grunde auch heute noch. Aufgrund des globalen Trends zu mehr Strom aus erneuerbaren Energien und deren Einspeisevorrang in das Stromnetz kämpfen diese konventionellen Kraftwerke jedoch gegen eine immer tiefere Auslastung an. Dies gefährdet den ökonomischen Betrieb solcher Grosskraftwerke zunehmend. Aus diesem Grund sind dezentrale Lösungen zur Netzstabilisierung gefragt.

Nein. Die Nutzung des Batteriespeichers für den Eigenverbrauch läuft nahtlos parallel zur Bereitstellung von Regelleistung. Grundsätzlich beeinträchtigen sich diese beiden Anwendungen im operativen Betrieb nicht gegenseitig.

Zur Erbringung von Regelleistung operiert Ihr Speicher wie ein Puffer im Netz. Er nimmt kleine Strommengen auf und gibt diese kurze Zeit später wieder ins Netz ab und umgekehrt. Aus diesem Grund sind bei der Erbringung von Regelleistung lediglich Veränderungen des Ladezustandes im Bereich von 1-2% zu beobachten.

Primärregelleistung muss immer symmetrisch geliefert werden, d.h. als Kombination einer negativen und positiven Leistung. Die Menge Strom, die der Batteriespeicher aufnimmt, entlädt dieser wenige Minuten später wieder. Das bedeutet, der von Ihrer PV-Anlage produzierte Strom bleibt “Ihr grüner Strom“. Eigene Produktion und Eigenverbrauch erfolgen eindeutig und klar getrennt und abgerechnet von der Erbringung und Abrechnung der Regelleistung.

Die Bereitstellung dieser Leistung zur Netzstabilisierung erfordert bei der aktuellen Grösse des Ampard Speicher-Pools die Reservierung von je 12% der Speicherkapazität eines Batteriespeichers in beide Richtungen, also Be- und Entladung. Der Ertrag durch Regelleistung überkompensiert diese Einschränkung der nutzbaren Speicherkapazität für den Eigenverbrauch – insbesondere, weil diese letzten Kilowattstunden der Speicherkapazität weniger Ertrag versprechen. Dies ergibt sich aus der saisonalen Differenz im Jahresverlauf, so dass insbesondere im Winter das Solardargebot mitunter nicht ausreicht, um den Batteriespeicher stets zu 100% zu beladen.

Nein. Zusätzliche durch die Erbringung von Regelleistung entstehende Strombezugskosten werden individuell aufgezeichnet und im User Interface ausgewiesen. Diese werden zu 100% zurückerstattet.

Grundsätzlich sind Speicher bei der Erbringung von Primärregelleistung von Abgaben und Umlagen (EEG-Umlage, Netznutzungsentgelt etc.) befreit. Jedoch sind die notwendigen Prozesse Zur Abwicklung dieser Befreiung derzeit in Deutschland und in der Schweiz noch nicht operativ. Für Endkunde hat dies jedoch keine Konsequenzen. Die Berechnung der Strombezugskosten erfolgt inklusive der Abgaben und Umlagen.

Nein, bei Ladungen und Entladungen in der Größenordnung wie sie für Regelleistung erfolgen, in der Fachsprache Mikrozyklen genannt, ist keinen messbaren Einfluss auf die Lebensdauer der Batterie zu erkennen. Denn der Zusammenhang zwischen der Entladetiefe und der Zyklenzahl ist nicht linear sondern eine Kurve: Es braucht etliche tausend Mikrozyklen mit 1% Entladetiefe, um auch nur in die Nähe der Auswirkung eines vollständigen Ladezyklus zu kommen.

Die Betriebsweise eines Speichers im Rahmen von Regelleistung hat sogar positive Nebeneffekte auf die Speicherlebensdauer: Mit der Eingrenzung der regelmässig genutzten Ladetiefe zwecks Kapazitätsreserven erhöht sich die Lebensdauer überproportional. Viele Speicher mit Eigenverbrauchssteuerung werden im Winter Tage- und Wochenlang nicht aktiv. Die regelmässige Nutzung des Speichers im Rahmen von Regelleistung stellt dagegen sicher, dass Standschäden vermieden werden.

Nein. Als Teilnehmer am Regelleistungsmarkt unterliegt Ampard AG den hohen Sicherheitsvorgaben der Übertragungsnetzbetreiber. Die Datenkommunikation zwischen dem zentralen System und Ihrem Speicher läuft über eine sichere Datenverbindung. Die Steuerung jeder einzelnen Anlage verfügt über eine lokale Messung der Netzfrequenz. Das heißt: Weder Verteilnetzbetreiber noch Übertragungsnetzbetreiber haben Zugriff auf Ihre Geräte. Die Steuerung erfolgt automatisiert und ausschließlich durch AMPARD. Unsere Datenschutzbestimmungen garantieren, dass Ihre persönlichen Daten vertraulich behandelt werden.

Produkt und Installation

Alle Fragen zu Solaranlage, Batteriespeicher und Elektroinstallation beantworten gerne unsere Vertriebspartner.


Konnten wir Ihre Fragen noch nicht beantworten?

Ihr Name

Ihre E-Mail-Adresse

Wohnort
 Deutschland Schweiz Andere

 

Ihre Frage

Support

Das AMPARD User Interface überprüft Ihr System kontinuierlich und liefert spezifische Fehlermeldungen. Untenstehend finden Sie weitere Informationen und Anleitungen zur Fehlerbehebung (wird laufend ergänzt).

Lade die ausführlichen Benutzerunterlagen herunter:

Download my.ampard.com UserGuide

Oder inspiriere dich zu den Möglichkeiten mit my.ampard.com auf  www.ampard.com/userinterface

Das User Interface unterscheidet fünf verschiedene Alerts zu deinem System. Damit erhältst du einen ersten Hinweis, bei welcher Komponente einen Unterbruch oder ein Problem vorliegt. Bei Bedarf kann so der richtige Fachmann hinzugezogen werden.

Installierte Geräte (Hardware)

Diese Fehlermeldungen werden ausgelöst, sobald eine der Hardwarekomponente deiner Anlage für die Steuerungssoftware nicht erreichbar ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben, sowohl ausgeschaltete oder nicht richtig angeschlossene Hardware als auch defekte Geräte.

  • Produktion fehlerhaft

Betrifft der PV-Konverter oder dessen Anschluss an die AMPARD Local Intelligence (ALI).

  • Stromspeichersystem fehlerhaft

Betrifft den Batteriespeicher oder dessen Anschluss an die ALI-Box.

  • Verbraucher fehlerhaft

Betrifft das verbraucherseitige Messgerät oder dessen Anschluss an die ALI-Box.

  • Netzanschluss fehlerhaft

Betrifft das netzseitige Messgerät oder dessen Anschluss an die ALI-Box.

Software

Diese Fehlermeldung wird ausgelöst, sobald die Steuerungssoftware nicht erreichbar ist. Da das Energie-Management-System nicht erreichbar ist, kann keine weitere Aussage zum Systemstatus gemacht werden und daher heisst dieser Fehler auch „allgemeiner Fehler“.

Die häufigste Ursache ist einen Unterbruch der Internetverbindung. Weitere mögliche Ursachen sind noch nicht abgeschlossene Installation, ein unvollständiges Softwareupdate oder einen Gerätefehler bei der ALI-Box.

  • Allgemeiner Fehler

Betrifft die Internetverbindung, Serververbindung und die ALI-Box

  1. Überprüfe ob das Problem kontinuierlich und über eine Stunde besteht. Einige Komponenten können vorübergehende Instabilitäten aufweisen, der insgesamt fehlerfreie Betrieb der Anlage ist dann dennoch gewährleistet.
  2. Kontrolliere wenn möglich direkt bei den fehlerhaften Komponenten, ob einen Grund für den anhaltenden Unterbruch erkennbar ist, z.B. Speicher ausgeschaltet, Kabel versehentlich gezogen, Internetverbindung unterbrochen etc.
  3. Kannst du den Unterbruch nicht mit einfachen Mitteln beheben, z.B. durch Neustart deines Internet-Modems (warte anschliessend mindestens 5 Minuten und kontrolliere via User Interface), so kontaktiere bitte deinen Photovoltaik- bzw. Speicher-Installateur.
Dein PV/Speicher-Installateur. Das Energie-Management-System AMPARD überwacht deine Anlage, Ampard AG kann bei fehlerhaften Hardwarekomponenten jedoch wenig ausrichten. Dein PV/Speicher-Installateur kennt hingegen die Gegebenheiten deiner Anlage und hat Zugriff auf das User Interface.

Fehlermeldungen welche die Software betreffen („allgemeiner Fehler“), gelangen automatisch immer auch an dem Systemadministrator von Ampard AG. Dies ist unter anderem wichtig, weil sobald dein System nicht erreichbar ist, auch die Möglichkeit Regelleistung über deinen Speicher zu liefern entfällt. Nachfragen zum Softwarestatus deiner Anlage können an support@ampard.com gestellt werden (bitte wenn möglich in Englischer Sprache). Unterbrüche welche mehrere Anlagen betreffen, z.B. Serverunterbrüche, werden in der Regel auf unsere Website publiziert.

Kontaktieren Sie bei akutem Supportfall bitte direkt Ihren Installateur. Dieser wird je nach Diagnose und Möglichkeiten eine Fernwartung durch AMPARD in die Wege leiten oder sich vor Ort dem Gerät annehmen.